VirtuRAD – realistische Einsatzübungen im Strahlenschutz

Titelgrafik: ABC-Erkunder vor Alpenpanorama
deen

In Zusammen­arbeit mit

Wappen des ABC-Zugs München-Land

Die Technik von VirtuRAD

VirtuRAD nutzt das Indoor Positioning System Pozyx (www.pozyx.io). Ein nachgebildetes Dosisleistungs-Messgerät wird mit Pozyx ausgestattet. Auf diese Weise wird kontinuerlich die Position des Messgeräts zentimetergenau bestimmt. Aus der Position des Messgeräts berechnet VirtuRAD die Dosisleistung, also die Stärke der Strahlung, am Ort des Messgeräts. Dieser Wert wird dann drahtlos auf das Display des Messgeräts übertragen und dort angezeigt. Die Einsatzkraft merkt keinen Unterschied zu einem real gemessenen Wert.

In VirtuRAD können beliebige simulierte Strahlenquellen angelegt werden. In der Software wird festgelegt, wo sich diese Strahlenquellen innerhalb der Übungsfläche befinden sollen. VirtuRAD berechnet die Dosisleistung in der Umgebung der Strahlenquellen und berücksichtigt dabei auch die Abschirmung der Strahlung durch Wände, Türen usw. Damit ist die von VirtuRAD berechnete Dosisleistung völlig realistisch. Die Einsatzkräfte können beispielsweise eine Strahlenquelle auch in eine Abschirmvorrichtung hineingeben, was dann von der VirtuRAD-Software berücksichtigt wird, sodass die auf dem Messgerät angezeigte Dosisleistung entsprechend sinkt.

Die VirtuRAD-Software zeichnet alle relevanten Parameter sekündlich auf, sodass das Verhalten der Einsatzkräfte anschließend genau ausgewertet werden kann. Es ist damit auch möglich, Studien zum richtigen Verhalten oder zur Effektivität einzelner Maßnahmen durchzuführen.

Teil 1 von VirtuRAD: die Software, in der die Quellen und Abschirmungen festgelegt werden und die auch die Dosisleistung berechnet
Screenshot der VirtuRAD-Software mit räumlicher Darstellung der Dosisleistung
Teil 2 von VirtuRAD: das nachgebildete Messgerät mit Pozyx-Modul und Bildschirm
geöffnetes nachgebildetes Messgerät mit Bildschirm und Pozyx-Bauteil

Vorbereiten einer Übung

Dialog zum Einstellen der Quellen
Screenshot aus der VirtuRAD-Software: Dialog zum Einstellen der Quellen mit verschiedenen Eingabefeldern

Übungen mit VirtuRAD anzulegen, erfordert drei Schritte, von denen der erste der aufwändigste ist, aber dafür auch nur einmal für jede Übungsumgebung durchgeführt werden muss:

Erstellen eines Grundrisses

Der Grundriss ist eine Bitmap-Grafikdatei, die jeder Nutzer von VirtuRAD in einfachen Grafikprogrammen (zum Beispiel in Paint) erstellen kann. Verschiedenfarbige Linien stellen Abschirmungen, zum Beispiel Wände oder Bleiburgen, dar.

Positionieren der Pozyx-Anker

Wichtiger Teil des Pozyx-Systems, das VirtuRAD zur Positionsbestimmung nutzt, sind die Anker: vier elektronische Geräte, die in den Ecken der Übungsumgebung platziert werden. In der Software müssen dann die Positionen zentimetergenau eingegeben werden.

Einstellen und Positionieren der Quellen

In VirtuRAD können eine oder mehrere Quellen in beliebiger Stärke in der Übungsumgebung verteilt werden. Die Stärke ergibt sich aus der Dosisleistung in 1 Meter Abstand oder auch aus dem gewählten Radionuklid und seiner Aktivität.

Möglichkeiten während der Übung

Dialog zum Ändern der Abschirmung
Screenshot aus der VirtuRAD-Software: Dialog zum Ändern der Abschirmungen mit mehreren Auswahlfeldern

Einfachste Anwendung von VirtuRAD ist eine ortsfeste Quelle, die mit dem simulierten Dosisleistungsmessgerät aufgespürt wird. VirtuRAD bietet aber auch weitere Möglichkeiten:

Ändern des Grundrisses

Die Übungsumgebung kann sich während der Übung ändern. Zum Beispiel können Türen und Tresore geöffnet oder geschlossen werden und so die Abschirmung geändert werden. Diese Änderungen können in der Software leicht eingegeben werden, indem Linien neu gezeichnet oder entfernt werden.

Bewegen der Quelle

Ziel vieler Übungen wird es sein, eine Quelle zu bergen, also sie von ihrer ursprünglichen Position in eine sichere Abschirmung zu bringen. Mit einem Pozyx-Gerät als simulierte Quelle erkennt VirtuRAD jede Bewegung der Quelle.